Wissenschaft und Web 2.0

In der let­zten Woche habe ich zusam­men mit meinen Kom­mili­to­nen die Chance bekom­men unsere Ergeb­nisse des Sem­i­nars Wis­senschaft 2.0, welches wir im let­zten Semes­ter ange­boten haben, auf der Kon­ferenz Web Epis­temics am Zen­trum für inter­diszi­plinäre Forschung der Uni Biele­feld vor zu stellen.  Das Video habe ich zusam­men mit Clau­dia Göbel erstellt. Er spiegelt in verkürzter Form das wieder, was wir in dem Sem­i­nar im let­zten Semes­ter disku­tiert haben. Viel Spaß beim anschauen!

Wissenschaft 2.0: ResearchGate

Vor einiger Zeit habe ich ja bere­its von What About Sci­ence? erzählt. Jetzt soll es darum gehen, das Wis­sen auch mit euch da draußen zu teilen und deshalb wird es jetzt wöchentlich einen kurzen Überblick über die ver­schiede­nen sozialen Net­zw­erke1 für Wis­senschaftler geben. Heute soll es also um Research­Gate gehen.

Was ist ResearchGate?

Im Mai 2008 von Ijad Madisch, Sören Hof­mayer, Horst Fick­en­scher mit dem Ziel gegrün­det Wis­senschaftler besser zu ver­net­zen, hat Research­Gate Ende 2011 über eine Mil­lion reg­istri­erter User aus dem ver­schiede­nen Diszi­plinen. Die dom­i­nan­ten Diszi­plinen sind bei Research­Gate Biolo­gie und Medi­zin, die zusam­men knapp die Hälfte der User stellen, wohinge­gen die andere Hälfte von allen anderen Diszi­plinen geteilt wird. Wobei auch hier die dom­i­nan­ten Felder eher den Natur­wis­senschaften zuzuord­nen sind.

Getra­gen wird das Pro­jekt mit Sitz in Berlin mit­tler­weile von amerikanis­chen Inve­storen die bere­its vie­len Web 2.0 Star­tups Risikokap­i­tal zur Ver­fü­gung gestellt haben: Bench­mark Cap­i­tal und Accel Partners.

Aus­gangspunkt ist auch bei Research­Gate, ganz wie bei Face­book und Google+ und allen anderen sozialen Net­zw­erken, das per­sön­liche Pro­fil der einzel­nen User, denen so der Zugang zu Web-2.0-Applikationen, wie z.B. der seman­tis­che Suche nach Artikeln aus Fachjour­nalen (mit der auch ähn­liche Artikel als Fund­stücke aus­gegeben wer­den kön­nen), oder die Suche nach Kol­le­gen, die sich ähn­lichen Forschungs­the­men wid­men, aber auch die Nutzung des Virtual-Conferencing-Tools, eröffnet wird.

Allerd­ings ist und bleibt der Kern des Ganzen immer noch die Diskus­sion mit Kol­le­gen, also die Möglichkeit Fra­gen zu stellen und The­sen zur Diskus­sion zu stellen. Dies geschieht in Foren oder Grup­pen je nach Sta­tus beitreten kann.

Pri­vat­sphäre und Nutzungsbedingungen

Bei Research­Gate wer­den zunächst ein­mal nur bere­its veröf­fentliche Artikel aufgenom­men, verknüpft mit dem offe­nen Stan­dard COinS.  Man bestätigt mit den Nutzungs­be­din­gun­gen, dass man für jede hochzu­ladende Datei die entsprechen­den Rechte besitzt. Dem Schutz geisti­gen Eigen­tums wird im Sys­tem wenig Aufmerk­samkeit geschenkt, d.h. dieser ist nicht in die Über­legun­gen inte­gri­ert und es bleibt jedem Nutzer, jeder Nutzerin selbst über­lassen wie viele Erken­nt­nisse geteilt wer­den und wie viel der eige­nen Forschungsar­beit preis­gegeben wird. Die Pri­vat­sphäre bet­rifft nur die per­sön­lichen Daten, wie der Name schon sagt.

Fazit

Alles schon mal da gewe­sen und im Grunde nichts neues, doch das wirk­lich Inter­es­sante ist die Ebene der Pro­fes­sion­al­ität, oder um es mit Bernd Graff zu sagen: “Klingt nach Xing für Wis­senschaftler, doch Madisch schwebt nichts anderes vor, als der human­is­tis­chen Idee der Res pub­lica lit­er­aria zu ihrem web­basierten Forum zu ver­helfen. Jener “gelehrten Repub­lik” also, die weder Standesun­ter­schiede noch Natio­nen kennt — nur die Gemein­schaft der Forschen­den und ihr Ethos, in freiem Aus­tausch das Wis­sen zu mehren.“2

  1. Gemeint ist das soziale Net­zw­erk hier im weitesten Sinne []
  2. Nachrichten aus dem Netz (53)Boah von Bernd Graff []

WissensWerte 2011– Ein subjektiver Bericht

Die Wis­sensWerte ist eine Fachkon­ferenz für Wis­senschaft­sjour­nal­is­ten in Bre­men.1 Bei der Wis­sensWerte geht es darum die Ver­net­zung untere­inan­der zu fördern und die Qual­ität im Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus zu steigern. Anders als es sonst bei Tagun­gen oder Kon­feren­zen für Jour­nal­is­ten möglich ist, besteht bei der Wis­sensWerte nicht die Möglichkeit sich zur Berichter­stat­tung kosten­frei zu akkred­i­tieren. Was aber wohl die wenig­sten abschreckte, denn in diesem Jahr wur­den die Besucherzahlen der let­zten Jahre mit 512 Besuch­ern noch ein­mal übertroffen.

In den ver­schiede­nen Ses­sions wur­den aktuelle The­men aus Wis­senschaft und Forschung vorgestellt, Prob­leme und Entwick­lun­gen des Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus beleuchtet und immer wieder ver­sucht die ver­schiede­nen Per­spek­tiven von Redak­teuren, Freien Jour­nal­is­ten, Press­es­tellen und Lesern (Kon­sument) zu vermitteln.

Naturgemäß kann eine Per­son nicht über­all zur gle­ichen Zeit sein, so dass dieser Bericht eine sub­jek­tive Sicht auf den Ver­lauf der Kon­ferenz präsen­tiert und so war meine per­sön­liche Moti­va­tion, mit der ich nach Bre­men fuhr, geleitet von meinem Inter­esse, welche Selb­stkonzepte Wis­senschaft­sjour­nal­is­ten anlegen.

Humor

Zu Beginn sprach Dr. Eck­hart  von Hirschhausen über Humor im Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus und machte beson­ders stark, dass die “Erhobene-Zeige-Finger-Pädagogik” eben nicht funk­tion­iert und die The­men das Herz berühren müssen. Im Saal fand seine Ein­lage einige Zus­tim­mung, doch lei­der kon­nte ich dieses Selb­stver­ständ­nis bisher nur sel­ten beobachten. Witz und Wis­senschaft ist eben in den meis­ten Köpfen, seien es Wis­senschaftler oder Wis­senschaft­sjour­nal­is­ten, nicht kom­pat­i­bel. Wobei es auch hier Aus­nah­men gibt, die ein gutes Beispiel dafür sind, das Wis­senschaft nicht zwangsläu­fig unwitzig sein muss.

Medi­en­nutzung, Jour­nals, Wissenschaftsblogs

Die Ern­sthaftigkeit darf allerd­ings weder in der Wis­senschaft noch im Jour­nal­is­mus nicht fehlen und so ging es gle­ich in der ersten Ses­sion, die ich besuchte, um die Erwartun­gen von Medi­en­nutzern, um eine mögliche Bee­in­flus­sung von wis­senschaftlichen Jour­nals und die Nutzung und Akzep­tanz von Wis­senschafts­blogs. Zu meine per­sön­lichen Ent­täuschung war die Ses­sion wenig infor­ma­tiv, denn jedes der The­men wurde wenig bis gar nicht disku­tiert und lediglich anhand einer Abschlus­sar­beit (von der Mas­ter­ar­beit bis zur Diss) von der jew­eili­gen Autorin vorgestellt und durch einen “Experten“2 aus der Praxis kom­men­tiert. Fazit: Die Zuschauer/Leser/Hörer wollen Physik und Bio3, die großen wis­senschaftlichen Jour­nals, wie Sci­ence oder Nature benutzen Pub­lika­tio­nen zur Poli­tisierung und Medi­al­isierung von The­men4, und es gibt bloggende Wis­senschaftler, unter­schei­den muss man ger­ade als Wis­senschaft­sjour­nal­ist jedoch zwis­chen formeller bin­nen Kom­mu­nika­tion und informeller bin­nen Kom­mu­nika­tion, wie es um die außen Kom­mu­nika­tion bestellt ist, welche Kon­se­quen­zen bloggende Wis­senschaftler für den Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus haben und wie die Vor­tra­gende zu ihren “vali­den” Daten­sätzen kam ist mir unklar geblieben. Alles in allem eine Ses­sion, die sich auf ein max­i­mal zwei The­men hätte beschränken sollen, um mit mehr Zeit die bren­nende Frage: Was bedeutet das für den Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus? zu klären.

DIE Wis­senschaft?

Wer spricht, wenn die Wis­senschaft spricht?” war die Frage der zweiten Ses­sion, die ich besuchte. Lei­der war der Titel etwas irreführend, denn let­ztlich wurde die Frage nur angeschnit­ten und nicht kon­se­quent ver­folgt. Die eigentliche Frage war, ob das in Groß Bri­tanien etablierte SMC (Sci­ence Media Cen­tre) ein Mod­ell ist, welches auch in Deutsch­land funk­tion­ieren würde, zumal ger­ade in vie­len anderen Län­dern der Ver­such ges­tartet würde ein ähn­liches Mod­ell zu etablieren. Mir scheint dieses Mod­ell ein sehr sin­nvolles zu sein und darum werde ich im zu einem späteren Zeit­punkt einen eige­nen Blo­gein­trag wid­men. Aber soviel Vor­weg: das SMC ist ein unab­hängiges Presse­büro, dass sich zum Ziel gesetzt hat in Sit­u­a­tio­nen, in denen Mel­dun­gen aus der Wis­senschaft oder an denen Forschung maßge­blich beteiligt ist, wie z.B. EHEC, inner­halb von Stun­den große Schlagzeilen (Break­ing News) machen, ein Ansprech­part­ner zu sein, der Experten ver­mit­telt und Stim­men aus der Wis­senschaft sam­melt, um eine möglichst aus­ge­wo­gene Berichter­stat­tung zu erre­ichen und “Panik” (im Fall von EHEC) zu ver­mei­den).
Fazit der Ses­sion: Man kann weder in Deutsch­land, noch in anderen Län­dern (mit zen­tri­ert­erer Wis­senschaft) davon sprechen, dass DIE Wis­senschaft etwas sagt, denn es ist immer der einzelne Wis­senschaftler der spricht und die aus­ge­wo­gene Berichter­stat­tung liegt immer an den Journalisten.

Was will der Jour­nal­is­mus von der Wissenschafts-PR vice versa?

Pod­cast, Footage und Co.” war der Eycatcher der vor der in der Über­schrift genan­nten Frage stand. Der Schw­er­punkt lag allerd­ings mehr auf der Frage, so dass es in den meis­ten Wort­beiträ­gen darum ging, was vernün­ftige Pres­sar­beit der wis­senschaftlichen Press­es­tellen ist und welche For­men der Infor­ma­tions­dar­re­ichung sich Wis­senschaft­sjour­nal­is­ten wün­schen. So gab Ulrich Blu­men­thal von DRa­dio Wis­sen einige Beispiele, wie man es nicht macht:

  • Bei E-Mails einen sin­nvollen Betr­eff wählen (z.B. nicht “Achtung — streng geheim”, denn so etwas sieht ganz schnell nach Spam aus)
  • Bilder in E-Mails ver­linken und nicht mit­senden! (Keine Redak­tion hat soviel Speicherplatz)
  • Bei E-Mailgestaltung darauf achten, dass man im ersten Teil das Wesentliche zusam­men­fasst. (Abkürzun­gen erk­lären, Thema nen­nen usw.)
  • Keine alten Infor­ma­tio­nen (wenn z.B. die Veröf­fentlichung des Buches schon Monate zurück liegt, dann wird es nicht besprochen)
Ste­fanie Peyk ergänzte in ihrem Teil der Ses­sion diese Liste noch um einige rel­e­vante Punkte:
  • Neue und wichtige Infor­ma­tio­nen schnell ver­füg­bar machen (bei aktuellen gesellschaftlich rel­e­van­ten The­men, wie z.B. EHEC)
  • Klar struk­turi­erte Inter­net­seite, so dass die Infor­ma­tio­nen schnell auffind­bar sind
  • Veröf­fentlichung von Experten­lis­ten nach The­men geordnet
  • Datum und Uhrzeit der Veröf­fentlichung (und bei aktuellen The­men auch die Ankündi­gung, wann das näch­ste Update kommt)
Die Liste wäre sicher beliebig erweit­er­bar, aber sie lässt erken­nen, dass es hier um das Wis­sen guten Handw­erk geht, wie Josef Zens Press­esprecher der Leibniz-Gemeinschaft klarstellt, aber auch betont, dass Pres­sar­beit immer auch von “Oben” ver­langt wird, so dass es sich nicht ver­mei­den lässt auch z.B. alte Infor­ma­tio­nen oder auch nicht rel­e­vante Infor­ma­tio­nen in Umlauf zu brin­gen, um den jew­eili­gen Chef zufrieden zu stellen. Sein per­sön­liches Ideal sei in dieser Hin­sicht, die 1 zu 1 Pressear­beit, bei der man gezielt in die Redak­tio­nen geht oder Per­so­nen anspricht.

Fazit: Ein­hel­lige Mei­n­ung der Jour­nal­is­ten im Saal war es, dass schon vor­pro­duzierte Inhalte, wie Pod­casts und bere­it­gestelltes Footage, nur dann benutzt wer­den wür­den, wenn die Zeit es nicht anders erlauben würde und eine beson­ders hohe Nach­frage nicht befriedigt wer­den kann, wie am Beispiel EHEC deut­lich wurde, dies der Fall, wenn Ansprech­part­ner der Medien durch die aktuelle Brisanz des The­mas nicht mit allen gle­ichzeitig sprechen kön­nen. In allen anderen Fällen wer­den Inter­views lieber selbst geführt.

Dop­ing — Sind Reko­rde noch möglich?

Jean-François Tou­s­saint begann diese Ses­sion mit einem Vor­trag in dem er die These ver­trat, dass wir mit unserer kör­per­lichen Leis­tungs­fähigkeit am Limit angekom­men sind. Sicher­lich sind hier und da Aus­nah­men zu erken­nen, wie z.B. Usain Bolt oder Michael Phelps, die “andere” oder vielmehr für ihre Sportart per­fekte kör­per­liche Voraus­set­zun­gen mit­brin­gen. Wenn man sich aber mit den Sta­tis­tiken auseinan­der­setzt, und Sport bietet hier­für ein sehr gute Grund­lage, dann lässt sich über die Jahrzehnte eine Steigerung erken­nen, welche von enorm vie­len Fak­toren abhängig ist, die sowohl technisch-medizinischer Art, als auch gesellschaftlicher Art sein kön­nen. So ist z.B. während der Weltkriege ein Ein­bruch in den sportlichen Leis­tun­gen im All­ge­meinen zu erken­nen. Ver­gle­icht man nun die Sportler und ihre Leis­tun­gen über die Jahrzente hin­weg, dann sieht man, dass wir langsam aber sicher oben angekom­men sind. Der Schluss liegt Nahe, dass die Steigerun­gen, die aus dem sta­tis­tis­chen Rah­men fallen nur durch Dop­ing geschafft wur­den, wie Tou­s­saint ein­drucksvoll mit Graphen visu­al­isiert hat.

Christoph Asmuth vom Pro­jekt Trans­lat­ing Dop­ing — Dop­ing Über­set­zen kommt mit einer ebenso starken und nicht alltäglichen These daher, wenn er behauptet, dass Dop­ing sich nicht ethisch begrün­den lässt. Vielmehr ist Dop­ing aus seiner Sicht ein juris­tisch von der WADA fest­gelegt und hat nur gemein­hin angenom­men eine moralis­che Kom­po­nente, die sich bei genauerer Betra­ch­tung nicht hal­ten lässt. Für beson­ders inter­es­sant halte ich in diesem Zusam­men­hang die im Rah­men des Pro­jekts Trans­lat­ing Dop­ing ent­stande­nen Paper von Christoph Asmuth und Partick Grüneberg im Bere­ich der Wis­senschaft­s­the­o­rie, in denen der Stand­punkt beson­ders deut­lich und aus meiner Sicht auch nachvol­lziehbar beleuchtet wird.

Hajo Sep­pelts Idee hin­sichtlich einer Lösung stieß bei mir auf beson­ders offene Ohren. Sep­pelt brachte im Laufe der Diskus­sion ein, dass es aus seiner Sicht sin­nvoll sei, z.B. bei Schwimmwet­tkämpfen, keine Zeit mehr mit­laufen zu lassen. Dies scheint be erster Betra­ch­tung unsin­nig, doch ist es nicht genauso unsin­nig von Sekun­den zu hun­dert­s­tel Sekun­den zu tausend­s­tel Sekun­den die Zeit zu messen, wenn es doch eigentlich nicht um die Zeit geht, son­dern um das Duell von Men­sch gegen Men­sch? Nicht über­all scheint dieser Vorschlag umset­zbar zu sein, doch ist die Idee dahin­ter mehr als nur ein naiver Vorschlag, denn die Umset­zung käme der Forderung des authen­tis­chen Sports sehr viel näher als das Dik­tat der Dop­ing kon­trollen. Aber eine wirk­lich Lösung für das “Prob­lem” des Dop­ings ist damit noch nicht geschafft. Ebenso wenig ist die Frage beant­wortet, warum Sportler über­haupt zu leis­tungssteigen­den Mit­tel greifen. Tou­s­saint  erkennt hier eine Art anthro­pol­o­gis­che Grund­kon­stante: Es gibt zwar über­all ein Limit, aber wenn wir das Limit schon nicht übertr­e­f­fen kön­nen, dann wollen wir den Punkt kurz vor dem Limit erre­ichen, weil wir ein Held sein wollen, weil wir der/die Erste sein wollen. Aus­gangspunkt ist hier nach Tou­s­saint das Über­leben. Eine Antwort auf die Frage was nun zu tun ist, ist damit aber noch immer nicht gefun­den, denn dieser Gedanke ist nach Tou­s­saint nicht nur dem Sport eigen, son­dern dem Leben im all­ge­meinen. Eine all­ge­meine Lösung ist somit nicht zu finden und die Suche nach der speziellen Lösung geht weiter. Doch die wird wohl eher moralis­cher Natur sein.

Lokaljour­nal­is­mus

Von der Welt des Sports, die ihre inter­na­tionale Kom­po­nente ebenso wie die regionale Kom­po­nente berück­sichti­gen muss, ging es weiter in die Ses­sion um Lokaljour­nal­is­mus, denn diesem wurde viel zu wenig Beach­tung geschenkt. Doch dieser Umstand ändert sich immer mehr. Nicht das ich hier falsch ver­standen werde: Mir geht es dabei um die the­o­retis­che Per­spek­tive und nicht um die Umset­zung, denn die Macher von Lokal– und Region­alzeitun­gen 5 sind sich ihrer Posi­tion dur­chaus bewusst. Beson­ders wichtig ist die die Struk­tur der Tageszeitun­gen in Deutsch­land, die, ver­glichen mit US –Amerikanis­chen eine völ­lig andere ist6.

Was macht den nun den Unter­schied? Oder: Was inter­essiert es den Ham­burger, wenn in München ein Sack Reis umkippt?
Der Lokalbezug ist ein Erfol­gsmod­ell, weil die Men­schen neben den Welt-und Deutsch­land­nachrichten wis­sen wollen, was in ihrer region passiert. Und so ist es auch kein Wun­der, dass im wis­senschaftlichen Bere­ich beson­ders die Heimat­geschichte, bzw. Archäolo­gie beson­ders gut läuft. Aber auch Wis­senschaft im All­ge­meinen läuft im Region­al­teil gut, so lange denn der Bezug zur Region gegeben ist, denn auch hier gilt das oben erwäh­nte “Sack-Reis-Prinzip”, was vor allem daran liegt, dass der Man­tel­teil der Zeitung über­all und auch im Inter­net gele­sen wer­den kann, die regionalen Nachrichten aber eben häu­fig nicht7. Diese Lücke ist bei vie­len Lokalzeitun­gen aus der Not her­aus zum Mon­e­tarisierung­sprinzip geworden.

Das hat auch die Deutsche Presse Agen­tur (dpa) ver­standen und bietet ver­schiedene Ser­vices an:

  • dpa region­al­isiert für den Kun­den direkt in der Agentur
  • im “Notizblock” kann mit vorhan­de­nen Daten selbst region­al­isiert wer­den, z.B. bei Grippewellen
Die größten Schwierigkeiten haben bei dieser Entwick­lung die Freien Jour­nal­is­ten, denn die Leben häu­fig von der soge­nan­nten Zweitver­w­er­tung ihrer Texte, doch das ist eben bei region­al­isierten Mel­dun­gen nicht ohne großen Aufwand möglich. Wie lösen Freie dieses Problem?

Wis­sensParty

Am Dien­stag Abend gab es dann noch die Wis­sensParty zu der ein Sci­enceS­lam gehörte, der meiner Mei­n­ung nach ein viel zu wenig genutztes Prinzip ist (vor allem von den Geis­teswis­senschaften, denn die Natur­wis­senschaft haben in der Regel noch die Poster­präsen­ta­tion), um seine kom­plexen und oft nicht so ein­fach nachvol­lziehbaren The­o­rien und Konzepte in kurzer und knap­per Form an den “Laien” zu bringen.

Abschluss

Das war der offizielle Teil, der mich alles in allem auf viele neue Aspekte aufmerk­sam gemacht hat, die sich jedoch naht­los an mein Vor­wis­sen knüpfen ließen, so dass ich nur sagen kann: Wis­sensWerte, wenn du im näch­sten Jahr wieder stat­tfind­est, dann werde ich wieder an dir teil­nehmen. Doch lei­der steht dies momen­tan noch in den Ster­nen, auch wenn um die weit­ere Finanzierung hart gekämpft wird. Es bleibt mir an dieser Stelle nicht viel mehr übrig als Franco Zotta, Hol­ger Het­twer und Volker Stol­lorz, aber auch dem dem ganzen Team der Ini­tia­tive Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus, die für die Pro­gramm­pla­nung ver­ant­wortlich waren, zu danken und die Dau­men zu drücken, dass die Wis­sensWerte im Jahre 2012 wieder stat­tfinden kann.

Bis dahin…

 

  1. Mein Besuch ver­danke der Ini­tia­tive Wis­senschaft­sjour­nal­is­mus, bei der ich vor einiger Zeit ein Prak­tikum absolvieren durfte, bei dem ich auch ein wenig in die Pro­gramm­pla­nung involviert war. Vie­len Dank dafür! []
  2. Das Wort Experte kann ich ein­fach nicht mehr ohne Anführungsze­ichen schreiben, da mir die Kri­te­rien für die Auswahl eines/r Solchen im All­ge­meinen nicht klar sind. []
  3. doi: 10.1177/1464884911412826 []
  4. für einen Überblick WPK Quar­terly II 2011 zum Artikel von Mar­tina Franzen []
  5. Eine Über­sicht aus der Fachzeitschrift Jour­nal­ist: Lokalzeitun­gen mit Vollredak­tio­nen []
  6. Für eine Über­sicht über das weltweite Zeitungsange­bot: siehe meinen Blo­gein­trag: Zeitungskarte — news­pa­per map  []
  7. Auch hier gibt es Aus­nah­men, wie zum Beispiel den Hed­deshe­im­blog von Hardy Pro­th­mann oder den Varel­blog von Djure Meinen und etliche andere []

Neues Projekt: What about Science?

Es ist Zeit für ein biss­chen Eigen­wer­bung, die jedoch keines­falls eigen­nützig ist, denn es ist ein Pro­jekt, bei dem jeder ein­ge­laden ist mit zu machen. Meine Kom­mili­to­nen und ich haben die Idee gehabt uns mit der Beziehung von Wis­senschaft und Web 2.0 sowohl the­o­retisch, als auch prak­tisch auseinan­derzuset­zen. Unser Ziel ist es uns selbst mit der Materie ver­traut zu machen, die ver­schiede­nen For­mate ken­nen­zuler­nen. Das Ganze ist ein ergeb­nisof­fener Prozess, so dass ich nicht weiß wohin es uns führen wird. Unsere Ergeb­nisse und unsere Diskus­sio­nen sind auf whataboutscience.com ein­sichtig. Jeder ist ein­ge­laden seinen Stand­punkt und seine Fra­gen zu Wis­senschaft 2.0 beizutragen.

Citavi gibt Mac auf

Die Mac-Gemeinde wächst und viele Wis­senschaftler benutzen einen Mac. Citavi hat viele Cam­pus­lizen­zen in Deutsch­land verkauft, doch für die Mac Nutzer gab es bisher nur die Möglichkeit das Pro­gramm mit Hilfe von Par­al­lels Desk­top oder VMware Fusion zu nutzen. Nun habe ich mir den Mac nicht gekauft um darauf Win­dows zu instal­lieren und werde es auch in Zukunft nicht tun. Ich habe mich umgeschaut und habe einige wenige Möglichkeiten gefun­den, wie Lit­er­aturver­wal­tung und Wis­sens­man­age­ment auf dem Mac umge­setzt wur­den, doch meine Hoff­nung galt immer dem Pro­jekt von Citavi das Pro­gramm auch auf den Mac zu brin­gen, denn für mich war dieses Pro­gramm das wohl beste im deutschsprachi­gen Raum. Lei­der habe ich heute die schlechte Botschaft bekom­men, dass Citavi das Pro­jekt nicht weiter ver­fol­gen wird.

Im Newslet­ter heißt es:

Nach zweiein­halb Jahren stellen wir die Entwick­lung für Citavi Mac ein.”

Der Grund dafür ist der Verkauf der Firma Nov­ell, die Mono­Mac (eine Open­source Vari­ante von .Net Frame­works) entwick­elte, doch nun wurde Mono­Mac durch den neuen Besitzer Attach­mate been­det. Das zer­störte die Basis für Citavi Mac. Es wird also in abse­hbarer Zeit kein Citavi auf  Mac geben. Schade!

Grade wurde mir via Twit­ter Sente emp­fohlen. Mal sehen ob das eine Alter­na­tive sein kann.

London Riots und der Online Journalismus

Im Guardian Data Blog wer­den die Gewalt­taten in Lon­don und ganz Eng­land mit Hilfe einer inter­ak­tiven Karte dargestellt. So kann man sich schnell einen Überblick über die Aus­maße machen. Im ZDF Spezial zum Thema wird diese Karte ver­wen­det, wenn gle­ich auch ohne Angabe der Quelle, um den Zuschauern einen Überblick zu geben, was ohne eine solche Karte nur durch Augen­zeu­gen­berichte und mit bewegten Bildern der Gewal­taus­brüche möglich wäre. Hier zeigt sich wieder ein­mal deut­lich die Vor­re­it­er­rolle, die der Guardian ein­nimmt und welche Möglichkeiten dem Jour­nal­is­mus offen ste­hen, wenn es denn genü­gend Jour­nal­is­ten gibt, die sich mit dieser Materie auskennen.

Gibt es ein Medium in Deutsch­land was in der Lage wäre in der kürze der Zeit eine solche inter­ak­tive Karte zu erstellen? Das bezwei­fle ich! Es wird Zeit, dass die deutschen Medi­en­schaf­fenden ver­ste­hen, dass diese Tech­nik vorhan­den ist und sie begin­nen diese einzuset­zten! Inter­ak­tive Karte und die Ver­wen­dung von Daten­sätzen zur aktuellen Analyse und inten­siv­eren späteren Berichter­stat­tung sind, neben der kon­ser­v­a­tiven Darstel­lung von Mel­dun­gen, eine weit­ere bedeu­tende Kom­po­nente des Jour­nal­is­mus für die Zukunft.

Helmuth Plessner und das Bewusstsein Teil IV

Wenn man annimmt, dass zwis­chen mate­ri­al­is­tis­chem Monis­mus und dem Ide­al­is­mus alles schon for­muliert wor­den sei1 , dann erscheint die Auseinan­der­set­zung mit dem Thema Bewusst­sein und Selb­st­be­wusst­sein unnötig. Doch wenn der Hirn­forschung für die Entste­hung des Selb­st­be­wusst­seins die nöti­gen Beweise fehlen und die Funk­tion­ser­weiterung des Gehirns vor­läu­fig mit Emer­genz erk­lärt wird, dann ist die Auseinan­der­set­zung mit dem Thema dur­chaus wichtig, denn wer, wenn nicht wir, kann diese Frage stellen und sie beantworten?

In wie weit sich die Fähigkeit zur Kom­mu­nika­tion durch Sprache und der Reflex­ion eigener Kör­perzustände mit der Fähigkeit eine the­ory of mind zu entwick­eln verbinden lässt, kann durch die Annahme eines emer­gen­ten Phänomens nicht gek­lärt wer­den. Zwar kann Hel­muth Pless­ner dieses Phänomen auch nicht erk­lären und er untern­immt diesen Ver­such auch gar nicht, da es Pless­ner um einen ratio­nal begrün­de­ten, ver­ste­hen­den Zugang zur Natur geht und nicht um die Frage nach der phy­lo­genetis­chen Entste­hung von Bewusst­seins. Doch wenn man Hel­muth Pless­ners Gedanken, die er am Ende seiner Stufen des Organ­is­chen in den anthro­plol­o­gis­chen Grundge­set­zen noch zus­pitzt, folgt, dann ist eine empirische Wis­senschaft vom Bewusst­sein immer erst dann möglich, wenn wir uns bewusst machen, dass alles was wir wahrnehmen und damit erforschen kön­nen durch unser sub­jek­tives Bewusst­sein gefiltert ist und so etwas wie eine wirk­lich objek­tive Wis­senschaft nicht möglich ist.

Was Bewusst­sein ist, kann also nur durch das Bewusst­sein selbst, also die Sphäre „in der die Welt um mich geschart ist“2 und durch die Aushand­lung von natür­lichem Aspekt und Reflex­ion­saspekt, also dem Selb­st­be­wusst­sein, gek­lärt werden.

Hin­ter diesen Aspekt, dass jedes Bewusst­sein von Bewusst­sein des Bewusst­seins auch eben nur Bewusst­seinsin­halt des Bewusst­seins und Selb­st­be­wusst­seins ist, kann nicht getreten wer­den. Der Men­sch mit seiner kör­per­lichen Organ­i­sa­tion ist nur im Geiste dazu fähig sich von sich selbst zu lösen. So etwas wie ein imma­terielles Geist­we­sen ist nicht bekannt und kön­nte von uns auch gar nicht als solches erkannt wer­den, weil wir etwas imma­terielles auf Grund unserer Sinne nicht unver­mit­telt wahrnehmen können.

Neben dieser Sicht ist die Pless­ner­sche The­o­rie auch sin­nvoll auf mod­erne Entwick­lun­gen anzuwen­den, denn wenn man beispiel­sweise ein­mal den Blick von rein organ­is­chen Exis­ten­zen abwen­det und heute immer wichtiger wer­den­den kün­stliche Intel­li­genz (KI) betra­chtet, dann kann man der Anthro­polo­gie Pless­ners mehr abgewin­nen, denn dadurch, dass er keine sub­jek­tzen­tri­erte Anthro­polo­gie for­muliert, son­dern eine vom Objekt aus­ge­hende, die es zulässt, dass es auch andere Wesen exzen­trischer Posi­tion­al­ität geben kann, die ebenso als Men­schen beze­ich­net wer­den kön­nten (abge­se­hen von der biol­o­gis­chen Gat­tungszuord­nung) stößt Pless­ner den Men­schen von seinem Thron und zeigt auf, dass auch die Krone der Schöp­fung nicht auf alle Ewigkeit allein an der Spitze ste­hen muss. Ein­schränkun­gen sehe ich hier­bei einzig in der Pless­ner­schen Def­i­n­i­tion des Wortes lebendig, denn kon­se­quent angewen­det bedeutete dies, dass ein mech­a­nis­ches Ding, weil qua Def­i­n­i­tion ein unbelebtes Ding der unter­sten Stufe ist, nicht ein belebtes Ding exzen­trischer Posi­tion­al­ität wer­den kann. Da Pless­ner die Möglichkeit eines Dinges zur Gestalt­wand­lung pos­tuliert und der Dingk­ern für ihn nicht empirisch unter­such­bar ist, lässt sich auch keine schlussendliche Def­i­n­i­tion dessen erstellen, was ein belebtes oder unbelebtes Ding ist, wir müssen uns also auf die Beobach­tungs– und Inter­pre­ta­tion­san­weisun­gen, die die jew­eilige The­o­rie mitliefert verlassen.

  1. vgl. Korte, M. (2007) Neu­ro­bi­ol­o­gis­che Grund­la­gen unseres Bewusst­seins. In Holdereg­ger,  A.; Sitter-Liver, B.; Hess, C.W. & Rager, G. (Hrsg.) (2007): Hirn­forschung und Men­schen­bild — Beiträge zur inter­diszi­plinären Ver­ständi­gung, Fri­bourg: Aca­d­e­mic Press (S. 165–181 []
  2. Pless­ner, H. (2002) Ele­mente der Meta­physik, Berlin: Akademie, S. 38 []

Das Geheimnis der Zeit…

Eines meiner Steck­enpferde ist das Thema Zeit. Ich denke viel darüber nach und habe aus ver­schiede­nen Per­spek­tiven ver­sucht mich dem Phänomen zu näh­ern. Während meines Studi­ums der Geschichte und Sozi­olo­gie drehten sich meine Per­spek­tiven auf die Phänomene unserer Welt immer in irgen­deiner Form um das Thema Zeit, was ich heute als Kon­stante erkenne, damals jedoch nicht in der Klarheit sehen kon­nte. Heute ist mir das fol­gende Video in die Hände gezwitschert wor­den, vie­len Dank an Niels Bre­men  dafür, dass mir zwar nicht viel Neues eröffnet hat, abfür aber eine inter­es­sante, wenn vielle­icht auch etwas pes­simistis­che The­o­rie oder Per­spek­tive auf das Thema Zeit und was sie eigentlich mit uns macht darstellt. Es spricht Philip Zim­bardo über die Zeit und das Zeit­empfinden von Men­schen und unter­füt­tert seine Per­spek­tive ein­drucksvoll mit Zahlen. Der Vor­trag wurde am 25. März 2010 bei der RSA enlight­ment gehal­ten. Die Ani­ma­tion  wurde von Cog­ni­tive Media erstellt. Ich wün­sche viel Spass beim Video…

Helmuth Plessner und das Bewusstsein Teil III

Das Bewusst­sein nach Hel­muth Plessner

Ein Men­sch ist nach Pless­ner ein Wesen exzen­trischer Posi­tion­al­ität, wenn er lebendig ist, mit Bewusst­sein begabt erscheint und zudem noch reflek­tieren kann. Ein Tier ist ein Wesen zen­trischer Posi­tion­al­ität, wenn es lebendig ist und mit Bewusst­sein begabt erscheint. Dem Tier fehlt zum Men­sch­sein also einzig das Ver­mö­gen zur Reflek­tion.
Für Hel­muth Pless­ner ist das Vorhan­den­sein von Bewusst­sein also noch kein Indiz dafür, dass das Wesen, welches ihm gegen über­steht, auch ein Men­sch ist. Vielmehr ist das bloße Vorhan­den­sein von Bewusst­sein ein Indiz für ein Wesen zen­trischer Posi­tion­al­ität. Aber den­noch ist das Bewusst­sein die Kom­po­nente des Lebendi­gen, die es eben diesem ermöglicht, sich zu sich selbst zu ver­hal­ten, ob reflek­tiert, wie der Men­sch oder aus seiner Mitte her­aus, wie das Tier.

Die Bewusst­seins­ge­nese

Zunächst ist es nötig, das Tier aus der Betra­ch­tung auszuschließen. Nicht weil es dadurch ein­facher oder unkom­plizierter wird zu erk­lären wie Bewusst­sein ent­standen ist, son­dern weil es nach Pless­ner eben einzig dem Men­schen gegeben ist sich die Frage nach dem Bewusst­sein und dessen Entste­hung zu stellen. Welche Maßstäbe und Kri­te­rien man anschließend ansetzt, um Ähn­lichkeiten und Übere­in­stim­mungen mit dem Bewusst­sein eines anderen Wesen festzustellen liegt im Ermessen des Beobachters. Wir kön­nen nicht sicher sein, ob unser Gegenüber tat­säch­lich ein Bewusst­sein hat. Wir kön­nen nur nach bes­timmten Kri­te­rien entschei­den, ob wir unser Gegenüber als mit Bewusst­sein begabt anerken­nen oder nicht.
Wenn man nun also das Tier aus den Betra­ch­tun­gen aus­geschlossen hat, weil der Men­sch als beobach­t­ende Instanz nicht beweisen kann, dass ein Gegenüber ein Bewusst­sein hat und es fraglich ist ob die gel­tenden Kri­te­rien noch immer halt­bar sind, dann kann man fes­thal­ten, dass es Pless­ner um einen ratio­nal begrün­de­ten, ver­ste­hen­den Zugang zur Natur geht und nicht um die Frage nach der phy­lo­genetis­chen Entste­hung von Bewusst­sein. Es geht um die Kri­te­rien, die wir anset­zten, um Wesen als mit Bewusst­sein begabt zu erken­nen.
Pless­ner stellt fest was sich ihm aktuell zeigt, kann aber nicht die entwick­lungs­geschichtliche Dis­tanz über­brücken, um zu erk­lären, wie es zu diesem aktuell Beobacht­baren mit Bewusst­sein begabten Wesen gekom­men ist. Aber den Anspruch hat Pless­ner auch gar nicht. Er ist lediglich der Mei­n­ung, dass wir uns nicht so viel auf unser Bewusst­sein ein­bilden sollten.

Das Bewusst­sein

Was aber meint Hel­muth Pless­ner, wenn er von Bewusst­sein spricht? Mit einer ein­fachen und klaren Antwort in Form einer Def­i­n­i­tion ist dem Begriff des Bewusst­seins bei Hel­muth Pless­ner nicht bei zu kom­men.
Klar und deut­lich sagt Pless­ner in den Stufen des Organ­is­chen und der Men­sch jedoch was Bewusst­sein nicht ist, näm­lich „etwas Let­ztes, das, zwis­chen Leben und Sein unerk­lär­lich aus­ges­pannt, eine bloße Zone der Imag­i­na­tion und der Irre­al­ität darstellte; deren ‚Entste­hung’ aus organ­is­cher Materie und deren Ver­hält­nis zum Kör­per (hoff­nungs­los) disku­tiert wer­den müsste.“1
Vielmehr „begeg­net der Begriff des Bewußt­seins – gemäß dem Grund­prinzip einer ‚Steigerung’ in der all­ge­meinen Struk­tur des Lebendi­gen über­haupt – in einer charak­ter­is­tis­chen Dop­pel­rolle: Ein­er­seits wird ihm die Monopol­stel­lung […] unmißver­ständlich abge­sprochen; es gibt Bewußt­sein schon auf vor­men­schlicher Ebene des Lebens. […] Ander­er­seits aber erhält dann doch beim Men­schen das Bewusst­sein, ineins mit seiner da nun beson­deren Form, wieder seine ganz prinzip­ielle Bedeu­tung zurück.“2

Um die Frage was für Pless­ner Bewusst­sein bedeutet zu beant­worten ist es notwendig sich noch ein­mal Pless­ners Bes­tim­mung in den Stufen des Organ­is­chen vor Augen zu führen: Wesen zen­trischer Posi­tion­al­ität erscheinen dem­nach ebenso mit Bewusst­sein begabt, wie Wesen exzen­trischer Positionalität:

Bewußt­sein ist […] nicht notwendig die in der Iden­ti­fika­tion des Ichs mit sich selbst ges­tiftete Bezugs­form des Sub­jekts zur Gegen­welt, wie sie dem Men­schen wesentlich ist. Bewußt­sein braucht nicht Selb­st­be­wußt­sein zu sein.“3

Wenn also Bewusst­sein nicht bedeutet auch ein Bewusst­sein von sich selbst zu haben, dann stellt sich die Frage nach der Organ­i­sa­tions­form von Bewusstsein.

In Anlehnung an Jakob von Uexkülls Biolo­gie der Leben­s­plan­forschung ver­steht Pless­ner das Bewusst­sein als einge­bet­tet in die Sphäre der Exis­tenz. Diese „‚sphärische Ein­heit von Sub­jekt und Gegen­welt’ ist […] über­all dort gegeben […] wo rezeptiv-motorisches Ver­hal­ten des Organ­is­mus gegenüber seinem Umfeld stat­tfindet.“4
Nach Uexküll ist ein Lebe­we­sen spez­i­fisch in seine Umwelt eingepasst. Inter­ak­tio­nen mit der Umwelt kön­nen nur im Rah­men des Leben­s­plans, d.h. der gat­tungsspez­i­fis­chen Gestelltheit gegenüber der Umwelt, geschehen. Diese Gestelltheit gegenüber der Umwelt regelt auch wie weit diese Inter­ak­tio­nen reichen kön­nen, „von größt­möglicher gat­tungsmäßiger Fes­tle­gung des Reiz-Reaktionsschemas bis zur größt­möglichen Freigabe der Reak­tion an das einzelne Lebe­we­sen.“5 Ist ein Lebe­we­sen beson­ders stark in seine Umwelt eingepasst, wie z.B. Einzeller, dann wird das Bewusst­sein über­gan­gen oder aber eben gar nicht erst aus­ge­bildet, da es für das Leben an sich unnötig ist. Ist die Eingepass­theit des Lebe­we­sens in seine Umwelt schwach aus­geprägt, dann wird ein Bewusst­sein nötig, um ein möglichst umfassendes Bild der Umwelt bewusst wahrnehmen zu kön­nen, damit zwis­chen der Masse an Reak­tion­s­möglichkeiten aus­gewählt wer­den kann.
So ist Bewusst­sein auch ohne Selb­st­be­wusst­sein möglich und zwar als ein „Merk­be­wusst­sein oder Bewusst­sein des Aktions­feldes in dem Sinne, daß das Umfeld des Tieres struk­turi­ert wird und das Tier seine Bewe­gun­gen bemerkt“6 und bewusst zwis­chen Alter­na­tiven Ver­hal­tensweisen wählen kann. Oder um es mit den Worten Hel­muth Pless­ners zu sagen:

„Die Struk­turge­set­zlichkeit des Bewusst­seins gehorcht streng den umfassenderen Struk­turge­set­zen der Leben­spläne. So gehorcht auch die anschaulich-wahrnehmungsmäßige bzw. die rational-interlektuelle Ver­bun­den­heit zwis­chen Sub­jekt und Objekt den ele­mentaren Weisen der Ein­tra­cht zwis­chen Lebe­we­sen und Welt.7

Das Bewusstsein nach Helmuth Plessner

Das Bewusst­sein nach Hel­muth Plessner

Für Hel­muth Pless­ner ist Bewusst­sein also nicht etwas Imma­terielles im Sinne des Dingk­erns, hin­ter dessen let­ztes Geheim­nis man nicht kom­men kann, son­dern: „Die Sphäre, in der die Welt um mich geschart ist, nen­nen wir das Bewusst­sein.“8
Das heißt jedes Phänomen, was Wesen zen­trischer und exzen­trischer Posi­tion erscheint und das es nicht selbst ist und das aktuell eine Aktion erfordert, wird durch das Bewusst­sein ver­mit­telt und struk­turi­ert. Hier hat Pless­ner den Kör­per quasi in sich selbst ver­dop­pelt, „in Periph­erie und Zen­trale, wodurch der lebendige Kör­per nun in sich selbst zu ste­hen [… kommt] und in seiner funk­tionalen Mitte alle Organe nochmals repräsen­tiert [… findet]. Dies ermöglichte dem Lebe­we­sen nach außen Frontal­stel­lung im Umfeld und nach innen die Kop­plung der Sen­sorik und Motorik durch das Bewußt­sein statt Instinkte.“9

Das men­schliche Bewusstsein

Nach dieser all­ge­meinen Bes­tim­mung des Bewusst­seins, soll es im nun Fol­gen­den um die Spez­i­fika des men­schlichen Bewusst­seins geben. Wie bere­its ange­merkt ver­steht Hel­muth Pless­ner Bewusst­sein nicht als rein men­schliche Eigen­schaft, es müssen zum Bewusst­sein an sich also noch Kom­po­nen­ten hinzukom­men, damit man dem men­schlichen Bewusst­sein gerecht wird.
Was sind diese Kom­po­nen­ten, die zu der größt­möglichen Freigabe der Reak­tion an das einzelne Lebe­we­sen, hinzukom­men? Oder anders for­muliert: Was unter­schei­det also einen Men­schen von einer Ratte oder einem Del­phin, wenn man eine gle­iche Kon­sti­tu­tion von Bewusst­sein voraus­setzt?
Der Men­sch ist qua seiner exzen­trischen Posi­tion­al­ität in der Lage, nicht nur auf Umwel­treize zu reagieren sofern sie aktuelle Aktion­ser­fordernisse darstellen, son­dern durch das Selb­st­be­wusst­sein des Bewusst­seins sich selbst hin­ter der sen­so­mo­torischen Bewusst­sein­sebene auszu­machen.
Dem Tier bleibt diese Möglichkeit ver­schlossen, da ihm durch seine zen­trische Organ­i­sa­tion­sweise das Ding (ob Gegen­stand oder Lebe­we­sen) als Kor­re­lat zwis­chen Umfeld und Funk­tion­skreis erscheint. Die Abwe­sen­heit von Din­gen kön­nen einem Tier also nicht bewusst wer­den: Abwe­sen­heit, Man­gel, Leere – sind ihm ver­schlossene Anschau­ungsmöglichkeiten.10
Dem Men­schen ist es also möglich, Neg­a­tiv­ität bewusst wahrzunehmen. Er ist „auf Unbe­d­ingtes Unbes­timmtes, Unendliches, hin zurück ins Abwe­sende, ins Nirgendwo-Nirgendwann, in eine Leere“11 gewor­fen, dessen Herkunft Hel­muth Pless­ner, wie schon ein­mal bei der grundle­gen­den Ableitung der Exis­tenz bewussten Seins geschehen, durch Ver­dop­pelung des Kör­pers zu erk­lären ver­sucht.
Der Kör­per, der durch Periph­erie und Zen­trum ver­dop­pelt wor­den ist, wird nun noch ein­mal ver­dop­pelt und zwar nach Außen. Das hat man sich in etwas so vorzustellen:
Der schon dop­pelt vorhan­dene Kör­per, dessen Steuerung durch das Bewusst­sein, aber eben auch und das begrün­det Hel­muth Pless­ner mit dem Pos­tu­lat der Steigerung der Stufen, die jew­eils als Basis für die nächst höhere Stufe dienen, durch die Mitte, denn grundle­gende Kör­per­funk­tio­nen, wie etwa die Atmung, der Herz­schlag etc. kön­nen nicht bewusst ges­teuert wer­den, ist nun in der Lage sein Bewusst­sein von Din­gen und Wesen außer­halb seiner Selbst auch auf sich Selbst anzuwen­den. Und dieses Anwen­den auf sich Selbst, also die Ver­mit­tlung zwis­chen diesem in die Gegen­welt pro­jizierten eige­nen Kör­per und dem Zen­trum, der posi­tionalen Mitte, übern­immt das Selb­st­be­wusst­sein. Es tritt zwis­chen das „spon­tane Ver­hal­tenszen­trum“ des Bewusst­seins „das den Leben­skör­per unmit­tel­bar als die Mitte des Leben­skreises nimmt, und dieser zweiten zen­trischen Posi­tions­form, die funk­tional außer­halb des Leibkör­pers, eben exzen­trisch posi­tion­iert sein muß, weil von ihr her die Dif­ferenz zwis­chen Leib­sein und Kör­per­haben wahrgenom­men wer­den kann.12

Selbstbewusstsein nach Helmuth Plessner

Das Selb­st­be­wusst­sein nach Hel­muth Plessner

Wenn man aus men­schlicher Per­spek­tive, und eine andere steht uns nun ein­mal nicht zur Ver­fü­gung, auf das Sein schaut, muss man, so Pless­ner, jede wis­senschaftliche Auseinan­der­set­zung mit dem Sein mit einer Unter­suchung des Bewusst­seins begonnen wer­den.13 Dies liegt zum einen darin begrün­det, dass Men­schen an sub­jek­tive Ein­drücke (Sehen, Hören, Schmecken etc.) gebun­den sind, sie aber trotz­dem die Fähigkeit besitzen all­ge­me­ingültige Aus­sagen zu tre­f­fen. Diese Aus­sagen lassen sich nach Pless­ner auf zwei Aspekte der men­schlichen Daseins­form zurück­führen: Die natür­lich, naive Ansicht der Welt (natür­licher Aspekt) und die reflek­tierte, kri­tis­che Ansicht der Welt (Reflex­ion­saspekt).
Der natür­liche Aspekt ist die Gewis­sheit, dass wir in der Welt existieren, also dass uns bewusst wird, dass wir etwas anderes sind als die Welt um uns herum, jedoch nicht wer wir sind. Der Reflex­ion­saspekt ist die Ungewis­sheit des natür­lichen Aspekts, der so den Men­schen in sich selbst zurück­wirft, also das Selb­st­be­wusst­sein ist.
Und an dieser Stelle wird die Auseinan­der­set­zung mit dem Bewusst­sein bei Hel­muth Pless­ner noch ein­mal richtig inter­es­sant, denn dadurch, dass uns unsere Umwelt bewusst wird und diese eben nur durch das Bewusst­sein ver­mit­telt ist, haben „die[…] Dinge einen merk­würdi­gen Bezug­sort […], und das ist das Bewusst­sein­szen­trum. Hier hat man auf ein­mal einen vol­lkomme­nen Wech­sel des Bezugsmedi­ums. Man weiß nicht, welches von diesen bei­den Bezugsme­dien gilt eigentlich. Der natür­liche Aspekt zeigt uns, dass wir in einer großen Medium ‚Welt genannt’, drin sind. […] So gibt sich der unser ganzes Leben beglei­t­ende Aspekt als ‚Ein­ge­ord­net­sein’ in die Welt.“14 Und der Reflex­ion­saspekt zieht dieses Ein­ge­ord­net­sein in die Welt nun in Zweifel und macht das Selbst zum absoluten Bezugspunkt.
Pless­ner ist er der Mei­n­ung, dass ein Men­sch, dem durch seine exzen­trische Posi­tion­al­ität die zwei Aspekte gegeben sind, auch das Bewusst­sein selbst eben nur als Bewusst­seinsin­halt erscheinen kann. Eine Fes­tle­gung der Grenze des Bewusst­seins oder die Suche nach der Bewusst­seins­mitte ist daher von vorn­herein zum Scheit­ern verurteilt oder um es mit Pless­ner zu sagen:

„Wenn das Bewusst­sein nicht fes­tleg­bar ist nach seinen Gren­zen oder seiner Mitte, dann muß doch der Begriff, die Idee des Bewusst­seins in sich wider­spruchsvoll sein. Demge­genüber besteht aber offen­sichtlich doch der ganze Gedanken­gang zu Recht.15

Und warum man nun, trotz der Unmöglichkeit des Find­ens von Bewusst­sein trotz­dem davon aus­ge­hen kann, dass es so etwas wie Bewusst­sein tat­säch­lich gibt soll im Fol­gen­den gek­lärt wer­den.
Vornehm­lich liegt, so Pless­ner, die Fähigkeit nach dem Bewusst­sein zu fra­gen im Bewusst­sein selbst begrün­det. Pless­ner nennt es den Ich-Charakter des Bewusst­seins. Der Ich-Charakter ist das Bewusst­sein des Bewusst­seins, also die Selb­st­be­wuss­theit des Bewusst­seins.16
Und an diesem Punkt muss wieder auf den impliziten Beobachter, den Pless­ner in den Stufen des Organ­is­chen mit­führt, ver­wiesen wer­den. Dieser implizite Beobachter ist es, der die Unter­schei­dung von mit Bewusst­sein begabt und nicht mit Bewusst­sein begabt anstellt. Dass diesem Beobachter wiederum selbst das eigene Bewusst­sein nur als Bewusst­seinsin­halt erscheint, ist der Grund für die Unmöglichkeit des Auffind­ens des Bewusst­seins.
Zu Beginn habe ich behauptet eine ein­fache Def­i­n­i­tion von Bewusst­sein kann im Pless­ner­schen Sinne nicht gegeben wer­den. Den­noch hat es Hel­muth Pless­ner selbst ver­sucht, indem er sich selbst in Anwe­sen­heit anderer Wesen, die er ver­mut­lich auf der Stufe der exzen­trischen Posi­tion­al­ität verortete, die Frage stellte, Was ist Bewusst­sein?, und diese gle­ich­set­zte mit ‚Was bin ich?. Und eine Antwort auf diese Frage war er sich sicher geben zu kön­nen:  „Ich bin hier diese Per­son, ich bin der aus Leib und Seele und Geist zusam­menge­set­zter Träger, Mit­telpunkt all dieser Akte.17
Das men­schliche Bewusst­sein ist  also die Aushand­lung von natür­lichem Aspekt des Ein­ge­ord­net­seins und Reflex­ion­saspekt inner­halb eines Men­schen, also die Erweiterung der tierischen Subjekt-Objekt Beziehung um die Reflex­ion­saspekt. Während dem Tier Bewusst­sein, entsprechend seiner Eingepass­theit in die Umwelt, gegeben ist, damit es auf aktuelle Aktion­ser­fordernisse reagieren kann, ist dem Men­schen auf Grund seiner Weltof­fen­heit und Nicht­fest­gestelltheit das Bewusst­sein vom Bewusst­sein gegeben, also das Selbstbewusstsein.

  1. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S.112 []
  2. Keller, W. (1974): Auf dem Rück­weg zum Bewußt­sein. In: Dux, G. & Luck­man, T. (Hrsg) (1974): Sach­lich­lkeit – Festschrift zum achtzig­sten Geburt­stag von Hel­muth Pless­ner, Opladen: West­deutscher Ver­lag, S. 23f []
  3. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 112 []
  4. Pietrow­icz, S. (1992): Hel­muth Pless­ner – Genese und Sys­tem seines philosophisch-anthropologischen Denkens, Freiburg u.a.: Karl Alber, S. 396 []
  5. Mitscher­lich, O. (2007): Natur und Geschichte – Hel­muth Pless­ners in sich gebroch­ene Leben­sphiloso­phie, Berlin: Akademie, S.36 []
  6. Pietrow­icz, S. (1992): Hel­muth Pless­ner – Genese und Sys­tem seines philosophisch-anthropologischen Denkens, Freiburg u.a.: Karl Alber, S. 396 []
  7. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 112 []
  8. Pless­ner, H. (2002) Ele­mente der Meta­physik, Berlin: Akademie, S.38 []
  9. Krüger, H.-P. (2000) Hel­muth Pless­ners exzentrisch-zentrische Posi­tion­al­ität als die natur­philosophis­che Emanzi­pa­tion der Hegelschen Geis­teskonzep­tion vom Par­a­digma des Selb­st­be­wussteins, In: Arndt, A; Bal, K; Ottmann, H. (Hrsg.) (2000) Hegel­jahrbuch 2000: Hegels Ästhetik. Die Kunst der Poli­tik – Die Poli­tik der Kunst. Zweiter Teil, Berlin: Akademie, S. 279 []
  10. vgl. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 343ff. []
  11. Krüger, H.-P. (2000) Hel­muth Pless­ners exzentrisch-zentrische Posi­tion­al­ität als die natur­philosophis­che Emanzi­pa­tion der Hegelschen Geis­teskonzep­tion vom Par­a­digma des Selb­st­be­wussteins, In: Arndt, A; Bal, K; Ottmann, H. (Hrsg.) (2000) Hegel­jahrbuch 2000: Hegels Ästhetik. Die Kunst der Poli­tik – Die Poli­tik der Kunst. Zweiter Teil, Berlin: Akademie, S. 279 []
  12. Krüger, H.-P. (2000) Hel­muth Pless­ners exzentrisch-zentrische Posi­tion­al­ität als die natur­philosophis­che Emanzi­pa­tion der Hegelschen Geis­teskonzep­tion vom Par­a­digma des Selb­st­be­wussteins, In: Arndt, A; Bal, K; Ottmann, H. (Hrsg.) (2000) Hegel­jahrbuch 2000: Hegels Ästhetik. Die Kunst der Poli­tik – Die Poli­tik der Kunst. Zweiter Teil, Berlin: Akademie, S. 279 []
  13. vgl. Pless­ner, H. (1982) Lachen und Weinen. Eine Unter­suchung der Gren­zen des men­schlichen Ver­hal­tens, in: Pless­ner, H. (1982) Gesam­melte Schriften VII. Aus­druck und men­schliche Natur, Frank­furt am Main: Suhrkamp []
  14. Pless­ner, H. (2002) Ele­mente der Meta­physik, Berlin: Akademie, S.38 []
  15. Pless­ner, H. (2002) Ele­mente der Meta­physik, Berlin: Akademie, S. 51 []
  16. vgl. Pless­ner, H. (2002) Ele­mente der Meta­physik, Berlin: Akademie, S. 52 []
  17. Pless­ner, H. (2002) Ele­mente der Meta­physik, Berlin: Akademie, S. 49 []

Helmuth Plessner und das Bewusstsein Teil II

Die Stufen des Organischen

Mit seinem Werk Die Stufen des Organ­is­chen und der Men­sch legt Pless­ner die Grund­la­gen für seine philosophis­che Anthro­polo­gie nieder und führt diese Gedankengän­gen in allen fol­gen­den Werke implizit mit, so dass eine Auseinan­der­set­zung mit eben diesem Hauptwerk eine uner­lässliche Kom­po­nente zum Ver­ständ­nis des Bewusst­seins bei Hel­muth Pless­ner darstellt.

Das Ding und sein Beobachter

Hel­muth Pless­ner unter­sucht aus­ge­hend vom Objekt die Bedin­gun­gen des Erscheinens. Pless­ners Wen­dung zum Objekt lässt sich allerd­ings erst dann ver­ste­hen, wenn man sich seine Kri­tik am Dual­is­mus vor Augen führt. Pless­ner glaubt, dass die Tren­nung von Ver­stand und Kör­per, wie sie seit dem 17. Jahrhun­dert mit René Descartes unter der Beze­ich­nung Dual­is­mus gedacht wird, über­wun­den wer­den müsse „und zwar nicht durch einen neuen Monis­mus, son­dern durch seine Ent­fun­da­men­tal­isierung.“1 Pless­ner ver­sucht in seinem Werk Die Stufen des Organ­is­chen und der Men­sch den Dual­is­mus zu über­winden, indem er den Men­schen „nicht als Kör­per (wenn mit Kör­per die von den Natur­wis­senschaften objek­tivierte Schicht gemeint ist), nicht als Seele (wenn es sich hier um das Objekt der Psy­cholo­gie han­deln soll), nicht als das abstrakte Sub­jekt, für welches die Gesetze der Logik, die Nor­men der Ethik und Ästhetik gel­ten, son­dern [als] psy­choph­ysisch indif­fer­ente oder neu­trale Leben­sein­heit“2 begreift. Zu der angestrebten Ent­fun­da­men­tal­isierung des Dual­is­mus gehört deshalb auch die Hin­wen­dung zu Objekt, weil das Pri­mat des Sub­jekts, das dem Dual­is­mus implizit ist, ein Ungle­ichgewicht erzeugt, das Pless­ner mit der Hin­wen­dung zum Objekt auszubal­ancieren sucht.3 Aus dieser Sicht wird deut­lich, dass die Wen­dung zum Objekt keine Abkehr vom Sub­jekt ist, was sich auch im Aus­gangspunkt Pless­ners The­o­rie wiederfindet, denn das von ihm so beze­ich­nete Wahrnehmungs­d­ing als Beginn der Betra­ch­tung schließt die Exis­tenz von jeman­dem ein, der jenes Ding wahrn­immt. Er entwick­elt aus­ge­hend von diesem Axiom des Vorhan­des­seins eines Beobachters seine Posi­tion­al­ität­s­the­o­rie, die die Unter­schei­dung von belebten und unbelebten Din­gen durch ihre spez­i­fis­che Form der Abgren­zung und Selb­st­ständigkeit gegenüber der Umwelt zusam­men­fasst. Hier­bei beze­ich­nen „Lebendigkeit, Bewusst­sein und Per­son­al­ität […] jew­eils unter­schiedliche For­men der Abgren­zung und Selb­st­ständigkeit, mit denen die voraus­ge­set­zte beobach­t­ende Instanz in der Begeg­nung kon­fron­tiert ist.“4

Vom Wahrnehmungs­d­ing über die Pflanze zum Tier

Begin­nend mit dem unbelebten Ding, das von dem, was es ist und dem, was es nicht ist, also von seiner Umwelt, durch einen Rand getrennt, ist wird der Raum in ein Innen und Außen geteilt. Hier­von aus­ge­hend entwick­elt Pless­ner seine Stufen des Organ­is­chen. Als Grund­vor­rauset­zung gilt, dass jede der Stufen die Pless­ner beschreibt Basis für die nächst höhere Stufe ist.

Zwar sind Innen und Außen eines Dings prinzip­iell ineinan­der über­führbar, denn Innen und Außen ste­hen insofern rel­a­tiv zueinan­der, als dass sie die gemein­same Eigen­schaft besitzen, räum­liche Aspekte zu sein.

Will man aber Pless­ner begreifen, muss man zu dieser Auf­fas­sung die ontol­o­gis­che Annahme hinzuziehen, dass sich hin­ter der Räum­lichkeit des Dinges, also dessen raumhafte Aus­dehnung, ein nicht qual­i­ta­tiv oder quan­ti­ta­tiv mess­barer Dingk­ern ver­birgt, der weder Außen noch Innen ist und daher nicht erscheinen kann. Pless­ner weist mit der Analyse des Wahrnehmungs­dinges nach, dass „ein Ding eine Ein­heit ist, nicht nur, insofern es aktuell als eine Gestalt erscheint, son­dern insofern es in Dif­ferenz zu dieser Gestalt ist, als die es aktuell erscheint.“5

Aus­ge­hend von dieser Analyse des Wahrnehmungs­dinges, das aus eigen­schaft­stra­gen­den Seiten und Kern besteht und dessen Dingk­ern nicht sinnlich zugänglich ist, denn selbst bei dem Ver­such das Ding aufzuschnei­den und den Dingk­ern sicht­bar zu machen, „würde man immer wieder nur neue gestalthafte Erschei­n­un­gen des Dings finden und nie den Kern selbst“6, entwick­elt Pless­ner seine These der spez­i­fis­chen Selb­ständigkeit lebendi­ger Dinge.

Während also ein unbelebtes Ding auf seine eigen­schaft­stra­gen­den Seiten ver­weist und sich durch die Uner­gründlichkeit in Bezug auf den Dingk­ern ausze­ich­net, sich also durch seine Erschei­n­ung der Umwelt präsen­tiert, nimmt ein belebtes Ding von sich aus Bezug auf seine Umwelt. Der Unter­schied zwis­chen unbelebtem und belebtem Ding ist also die Art und Weise, sich dem Beobachter gegenüber pas­siv oder aktiv zu seiner Umwelt abzu­gren­zen. Eine Pflanze, als belebtes Ding, nimmt nach Pless­ner also aktiv Bezug auf ihre Umwelt und grenzt sich von ihr ab, während dem unbelebten Ding, z. B. einem Stein, diese aktive Abgren­zung nicht zu Ver­fü­gung steht.

Auf diesen Annah­men auf­bauend entwick­elt Pless­ner zwei weit­ere Stufen, die Stufe der zen­trischen Posi­tion­al­ität und die Stufe der exzen­trischen Posi­tion­al­ität und wid­met sich der Frage nach der Beschaf­fen­heit eines Dinges, damit es als mit Bewusst­sein begabt erscheint.7

Der Begriff der zen­trischen Posi­tion­al­ität wird deut­lich, wenn man sich vor Augen führt, dass ein Wesen dieser Stufe „vom Umfeld geschieden und zugle­ich auf es bezo­gen [… und sich] der Aktions­felder bewusst, im eige­nen Kör­per [lebt], dessen natür­licher Ort die ihm ver­bor­gene Mitte seiner Exis­tenz ist.“8 Wesen auf der Stufe der zen­trische Posi­tion­al­ität zeich­nen sich dem­nach dadurch aus, dass sie sich prak­tisch auf ihre Umwelt beziehen und durch diese prak­tis­che Bezug­nahme ihre Umge­bung wahrnehmen kön­nen.9 Der Unter­schied von belebten Din­gen, wie einer Pflanze, und Wesen zen­trischer Posi­tion­al­ität ist also die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Umwelt und zur Unter­schei­dung von alter­na­tiven Ver­hal­tensweisen in Bezug auf ihre Umwelt. Sind diese Fähigkeiten gegeben und konkret beobacht­bar, kann man nach Pless­ner von einem mit Bewusst­sein begabten, belebten Ding sprechen, für das „der Kör­per zu einem Mit­tel des Umwelt­bezuges“10 wird. Ding­wahrnehmung und prak­tis­cher Umwelt­bezug bilden für das Tier, das Pless­ner auf dieser Stufe verortet, die Sinn stif­tende Ein­heit, denn das „Tier nimmt Dinge wahr, deren Kern­struk­tur motorische Bedeu­tung hat und in dem Ver­hält­nis zu seinen Aktio­nen ihre Deck­ung, ihren ‚Sinn‘ findet.“11

Durch die Verknüp­fung von Sinn und motorischer Aktion wird deut­lich, dass das zen­trisch organ­isierte Selbst sich nicht als Selbst gegenüber einem anderen Selbst wahrnehmen kann, denn dazu fehlt nötige Dis­tanz, die einem Selbst ermöglichen würde, „nicht nur de[n] aktuelle[n] Vol­lzug der Ver­mit­tlung von Wahrnehmung und Eige­nak­tiv­ität [… zu erfassen], son­dern […] zugle­ich inner­halb und außer­halb dieser Ver­mit­tlung“12 zu ste­hen. Oder um es mit den Worten Pless­ner zu sagen:

„Die Schranke der tierischen Organ­i­sa­tion liegt darin, dass dem Indi­viduum sein sel­ber Sein ver­bor­gen ist, weil es nicht in Beziehung zur posi­tionalen Mitte steht.“13

Der Men­sch als Wesen exzen­trischer Positionalität

Steht ein Selbst in Beziehung zu eben dieser posi­tionalen Mitte, dann spricht Pless­ner von einem Wesen exzen­trischer Posi­tion­al­ität. Ihm ist es möglich, sich auf seine Mitte zu beziehen, sich von außen her zu betra­chten. Für Pless­ner ist ein solches Wesen zeit– und ort­los, denn es kann aus sich selbst her­aus­treten, ohne den Kör­per zu ver­lassen und es ist ihm möglich, auf ihm „begeg­nende Gegeben­heiten nicht nur insofern sie gemäß aktueller Aktion­ser­fordernisse wahrgenom­men wer­den [zu reagieren], son­dern sie existieren ebenso wie das exzen­trische Selbst inner­halb wie außer­halb der Form der prak­tis­chen Umwelt­beziehun­gen“14.

Dieses Ort­los– und Zeit­los­sein „ermöglicht [einem Wesen exzen­trischer Posi­tion­al­ität] das Erleb­nis seiner selbst und zugle­ich das Erleb­nis seiner Ort– und Zeit­losigkeit als das außer­halb seiner selbst Ste­hens“15

Als ein lebendi­ges Ding mit der Fähigkeit zum Erken­nen dieser Ort– und Zeit­losigkeit, das „nicht mehr nur in sich sel­ber steht, son­dern dessen ‚Ste­hen in sich‘ Fun­da­ment seines Ste­hens bedeutet“16, erkennt Hel­muth Pless­ner den Men­schen, der nicht nur lebt und erlebt, wie es einem Wesen zen­trischer Posi­tion­al­ität eigen ist, son­dern: „er erleb sein Erleben.“17 Der Men­sch lebt also „als Kör­per im Sinne eines physis­chen Organ­ganzen, im Kör­per als kör­per­be­herrschende und –repräsen­tierende Seele und schließlich außer­halb des Kör­pers als total­re­flex­iver Beobachter seiner selbst.“18 Ein Indi­viduum mit diesen Fähigkeiten nennt Hel­muth Pless­ner Per­son.

Von unbelebten Din­gen, die sich nur für den wahrnehmenden Beobachter von ihrer Umwelt abgren­zen, zu belebten Din­gen, die sich durch ihre Lebendigkeit von ihrer Umwelt abgren­zen und dadurch auf sie bezo­gen sind, lässt sich mit Pless­ner in der Steigerung der Kom­plex­ität der Umwelt­beziehun­gen und der Bil­dung von Bewusst­sein­sphänome­nen der Abschluss der Stufen des Organ­is­chen erken­nen, die mit den Wesen exzen­trischer Posi­tion­al­ität, das sich zu seiner Umwelt sowohl durch Lebendigkeit und Bewusst­sein, aber auch eben durch Per­son­al­ität abgren­zen, ihren vorzeit­i­gen Höhep­unkt finden.

  1. Haucke, K. (2000) Pless­ner zur Ein­führung. Ham­burg: Junius, S. 28 []
  2. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 70 []
  3. vgl. Haucke, K. (2000) Pless­ner zur Ein­führung. Ham­burg: Junius []
  4. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 87 []
  5. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 93 []
  6. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 88 []
  7. vgl. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 48 []
  8. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 363f. []
  9. vgl. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 92 []
  10. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 90 []
  11. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp []
  12. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 90 []
  13. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 360 []
  14. Lin­de­mann, G. (2005) Der method­ol­o­gis­che Ansatz der reflex­iven Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. In G. Gamm, M. Gut­mann, & A. Manzei (Hrsg.): Zwis­chen Anthro­polo­gie und Gesellschaft­s­the­o­rie — Zur Renais­sance Hel­muth Pless­ners im Kon­text der mod­er­nen Lebenswis­senschaften, Biele­feld: tran­script Ver­lag, S. 92 []
  15. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 364 []
  16. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 364 []
  17. Pless­ner, H. (1981) Die Stufen des Organ­is­chen und des Men­sch — Ein­leitung in die philosophis­che Anthro­polo­gie. Frank­furt am Main: Suhrkamp, S. 364 []
  18. Ham­mer, F. (1967) Die Exzen­trische Posi­tion des Men­schen — Meth­ode und Grundlin­ien der philosophis­chen Anthro­polo­gie Hel­muth Pless­ners. Bonn: Bou­vier Ver­lag, S. 131 []